Randnotizen

Zwischen den Jahren

„Zwischen den Jahren“. Hört sich gut an. Vielleicht das einzige Zwischen, das der Deutsche, der ja mehr fürs Eindeutige schwärmt, halbwegs ertragen kann. Sonst würde er ja nicht so gern von „Zwischen den Jahren“ reden. Denke ich.

Randnotizen

Göttliche Materie

Der Siegeszug des Konsumismus. Die Materie ist zum Fetisch geworden. Wir beten Dinge und Titel an, das Nicht-Sichtbare wird links liegen gelassen. Man überlässt es den Dichtern.

Randnotizen

Vereinsamung

Die Vereinsamung eines Menschen rührt nicht daher, dass er zu wenig spricht, sondern das wirklich Relevante ganz allein im Kopf austragen muss, kommt mir vor.

Randnotizen

Unruhe

Wo kommt nur diese Unruhe her, die uns alle so beherrscht? Vermutlich ist es unser Denken in Zielen – jene tief in uns verankerte Vorstellung also, es müsse stets ein Ferneres als das gerade Anwesende angestrebt werden, als ob wir das Gegenwärtige nicht leben dürften.

Randnotizen

Morgens

Morgens nach dem Frühstück. Routiniert und mit hochgeschlagenen Krägen brechen die Leute zum großen Samstagseinkauf auf. Die Eichhörnchen im Garten indes suchen unermüdlich nach ins Laub gefallen Haselnüssen.