Randnotizen

Feinde

Ein Feind scheint mir jemand, der wegen dir nicht mehr richtig schläft. Deine Feinde kannst du dir nicht aussuchen. Sie haben sich entschieden.

Randnotizen

Verachtung

Seine Verachtung lebt er leise aus, leiser jedenfalls als die Begeisterung. Aber nichts habe seine Verachtung mehr verdient als die menschliche Hybris.

Randnotizen

Beleidigt

Mir sind Leute begegnet, die schon beleidigt waren, noch bevor man sie beleidigt hätte. Das Beleidigtsein schien dem eingeschriebenen Gesichtsausdruck zu folgen.

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Glücksgefühle

Seine Glücksgefühle sollte man besser für sich behalten, denke ich, sie lieber still genießen, anstatt sie lautstark in alle Welt hinauszuposaunen. Dieses Seht-alle-her-wie-glücklich-ich bin-Gelärme – als ob es im Leben um den ständigen Beweis des eigenen Glücklichseins ginge?! Da sagen doch die Glücksgefühle: „Leck mich am Arsch!, wenn du das notwendig hast, verabschieden wir uns gleich wieder.“ Und dann bist du wieder unglücklich.

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Kleines Paradies

Jeder lebt in seinem eigenen Paradies. Das eigene Paradies ist die Vorraussetzung für ein gutes Leben. Hätten wir nicht alle unsere kleinen Paradiese, wäre es schlecht um uns bestellt. Jeder Mensch sollte daher sein eigenes kleines Paradies haben dürfen. Das eigene kleine Paradies ist ein Menschenrecht. Die Tatsache, dass es viele Leute gibt, die ihr kleines Paradies nicht finden, es vielleicht nie finden werden, muss uns traurig stimmen, ja, empören. Wer schon einige der vielen kleinen Paradiese der anderen erleben durfte, und fasziniert davon war, wie unterschiedlich und eigensinnig sie ausfallen können, kann nur zu dem Schluss kommen: Würdelos ist ein Leben ohne Paradies.

Randnotizen

Eine Befremdung

Leute, die edlen Rotwein vor ihren Kaminen schwenken und dabei mantraartig den angeblich ausufernden Sozialstaat beklagen, befremden mich. Sie haben mich immer befremdet.