Zitate

Schriftsteller

Schriftsteller wird man vielleicht auch deshalb, weil man darunter leidet, dass man fast nichts von sich zeigen darf.

Martin Walser
Randnotizen

Morgens

In der Zeitung steht, dass der Landeschef für fünf Tage nach Afrika reist, um dort Hilfe aufzubauen. Und dass die Impfpflicht nicht kommt – jedenfalls in Bayern nicht. Im Morgenradio beschäftigt man sich mit der Frage, ob Männer mit Bart attraktiver sind als die ohne? Das Meinungskarussell dreht sich. Ich nippe am Tee. Draussen der schläfrige Nebel.

Erdichtetes

Am Brunnen der Zeit

auf einer treppe
sitzend
unter mir ein brunnen
über mir die schlanken beine
einer jungen frau
flüsternd
der wind
vom brunnen
ein plätschern
marschierend
die unseligen flaggen am mast
über dem platz
mussolinis schergen
rhythmisch dumpf
der brunnen so zärtlich
die Kinder
mit eistüten in der hand
neros rom
in flammen
cäsarenlorbeer
schwebt über der
ewigen stadt
geschichte

Randnotizen

Macht des Gedankens

Von Zeit zu Zeit trifft mich ein beunruhigender Gedanke. Der Gedanke ermächtigt sich meiner, er will mich auffressen. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod.
Bisher habe ich den Kampf immer gewonnen.